So wirst du als neue Führungskraft von deinem Team akzeptiert

Aktualisiert: 20. Nov 2019

Wenn du neue Führungskraft eines Teams wirst, kennst du diese Gedanken sicher gut: „Wie werden sie mich akzeptieren?“, „Wie soll ich am besten starten?“. Dafür habe ich dir im Folgenden die fünf für mich hilfreichsten Erkenntnisse zusammengefasst.

Diese Anhaltspunkte unterstützen dich in der sensiblen ersten Phase und beziehen sich sowohl auf die Situation, dass du dich in deinem bisherigen Unternehmen zur Führungskraft entwickelst, als auch auf die Situation, dass du neu in einem Unternehmen startest.


1. Sei bescheiden und lerne von deinem Team

Du kannst und musst als neue Führungskraft nicht sofort alles wissen. Dies erwartet im Normalfall auch niemand von dir, außer vielleicht du selbst. Du kannst dir also mit gutem Gewissen den Druck rausnehmen und dir etwas Zeit geben. Dieser Spagat ist sicher eine der größten Herausforderungen: Schritt für Schritt in die Rolle der akzeptierten Führungskraft zu wachsen, Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen und gleichzeitig noch eher im Hintergrund zu agieren, zu beobachten und zu lernen.


Es kann hilfreich sein, diese Vorgehensweise offen zu kommunizieren - dies hängt aber stark von der aktuellen Situation ab. Zum Beispiel: Wie oft haben sich in der jüngeren Vergangenheit die Rahmenbedingungen für das Team geändert? Hast du den Auftrag, das Team neu auszurichten? Oder soll die Arbeit weiterlaufen wie bisher? Bestimme selbst, was für dich und die jeweilige Situation stimmig ist.


2. Verstehe die Aufgaben und das Tagesgeschäft deines Teams

Dies klingt selbstverständlich, ist es aber leider nicht: Finde so rasch wie möglich heraus, was die zentralen Aufgaben deiner Teammitglieder sind und wo ihre Herausforderungen liegen. Dazu gehören alle wesentlichen Prozesse, die Schnittstellen im Team und zu anderen Bereichen, Entscheidungswege, verwendete Tools etc.


Deine Rolle ist es, die optimalen Rahmenbedingungen für dein Team zu schaffen, damit es möglichst gut und effizient arbeiten kann. Um die dazu erforderlichen Entscheidungen treffen zu können, musst du das Tagesgeschäft verstehen.


3. Führe eine Meeting-Struktur ein, aber bleib flexibel

Kommunikation ist in einem Team und in der gesamten Organisation das A&O, damit alle Prozesse abgestimmt laufen können. Beteiligte müssen rechtzeitig informiert und eingebunden werden, damit nachhaltige Entscheidungen möglich sind. Die richtige Meeting-Struktur dazu zu finden, ist allerdings keine einfache Aufgabe.


Folgende Fragen helfen:

- Welche Frequenz macht für das jeweilige Thema/Ziel Sinn? Können die Anliegen zB eine Woche warten, oder sind täglich Entscheidungen erforderlich?

- Welche Dauer soll das Meeting haben? Hier rate ich im Zweifel zu einer kürzeren Dauer, bei Bedarf kann verlängert werden.

- Wer soll dabei sein und wie ist das Setting? Wer moderiert, was wird festgehalten?


Die Einführung einer Meeting-Struktur ist ein iterativer Prozess. Hole dir dazu auch aktiv das Feedback deiner Teammitglieder ein und frag sie, was ihnen als hilfreich und sinnvoll erscheint. Denn du möchtest dir Zeit für die Besprechung wichtiger Anliegen nehmen, aber auch kein Format vorgeben, das als Zeitverschwendung erlebt wird. Dein Team wird es schätzen, wenn du für Klarheit sorgst und sie wissen, welche Formate für welche Themen bzw. Anliegen vorgesehen sind.


4. Interessiere dich und hör zu

Erfahre, was das Team beschäftigt, sowohl kollektiv als auch individuell. Ein ehrlich gemeintes „Wie geht es dir?“ ist nicht zu unterschätzen. Mitarbeiter spüren, ob Interesse nur gespielt ist, oder ob es dir wirklich ein Anliegen ist, zu erfahren, was sie bewegt und wie du sie unterstützen kannst.


Zu Beginn empfiehlt sich ein 4-Augen-Gespräch mit jedem deiner Teammitglieder. Teilt die gegenseitigen Erwartungen hinsichtlich eurer Zusammenarbeit, lernt euch persönlich kennen - falls ihr nicht schon bisher in einem Team ward - und vermittle, dass du ein offenes Ohr für die Anliegen deiner Kollegin bzw. deines Kollegen haben wirst.


5. Gib dir Zeit!

Es dauert, bis sich vertrauensvolle Beziehungen entwickeln. Und es ist normal, dass Mitarbeiter zu Beginn skeptisch sind und abwarten. Du selbst weißt, dass du dein bestes gibst - und daher darfst du auch voll Vertrauen und Zuversicht in diese neue Aufgabe gehen.


0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen