New Work: Wie sich Unternehmen moderne Rahmenbedingungen zunutze machen

Aktualisiert: 30. Apr 2020



Was ist New Work

Unter New Work verstehe ich alle modernen Maßnahmen hinsichtlich der Art und Weise wie wir arbeiten mit dem Ziel, veränderten Rahmenbedingungen gerecht zu werden. Zu diesen Rahmenbedingungen gehören technische Innovationen wie Automatisierung und Digitalisierung genauso wie kulturelle Trends – beispielsweise die erhöhte Mobilität der Menschen, der verstärkte Wunsch nach sinnstiftender Arbeit, etc.


All diese neuen Rahmenbedingungen und Trends verändern die Art und Weise ...

  • ... wie wir arbeiten (zB wann und wo),

  • ... wie unsere Jobs gestaltet sind (zB welche Tools wir nutzen) und

  • ... wie wir zusammenarbeiten (zB in agilen Teams).

Im Zuge des vielschichtigen und konstanten Wandels ist es zentral sich als Unternehmen stetig mit der Frage zu beschäftigen, inwieweit personalpolitische Maßnahmen den neuen Möglichkeiten und Trends entsprechen bzw. wo gegebenenfalls Anpassungen erforderlich sind.


Was bringt New Work

New Work ist mehr als ein Schlagwort, um Millenials für das Unternehmen zu gewinnen. Es geht schlicht und ergreifend um die Frage, wie Arbeit gestaltet sein muss, damit ein Unternehmen seine Strategie am erfolgreichsten operationalisieren kann.


Meiner Meinung nach bringt New Work vor allem folgendes: Glaubwürdigkeit bei den Mitarbeitern und in der Folge erhöhte Effizienz und Produktivität. Glaubwürdigkeit deshalb, weil die Arbeitsorganisation durch sachliche Argumente erklärt werden kann - anstatt der unbeliebten Aussage: „Bei uns war das schon immer so“. Das kulturelle Frustrationspotenzial wird minimiert und die Mitarbeiter haben Gewissheit, dass ein stetes und ernst gemeintes Bemühen herrscht, Arbeit bestmöglich zu organisieren.


Erhöhte Effizienz und Produktivität folgen, da die Arbeitsgestaltung den Erfordernissen der Strategieumsetzung Rechnung trägt. Die Bedarfe des Kunden stehen im Mittelpunkt – und ermöglichen so eine stringente Beantwortung der Frage, wann, wie und wo gearbeitet wird. Selbstverständlich muss dafür ein Unternehmen seine Hausaufgaben machen, seine Strategie definieren und beantworten können, was das Business erfordert.


Ein Beispiel: Ein Unternehmen erhält von Kunden vermehrt das Feedback, dass die Auftragsabwicklung zu komplex sei und sie sich einen Single-Point-of-Contact wünschen. Auch im Unternehmen wird klar, dass durch die verschiedenen Ansprechpartner Missverständnisse entstehen und die Abwicklung ineffizient ist. Nach eingehender Analyse und Beurteilung der Alternativen entschließt sich das Unternehmen, für jeden Kunden eine zentrale Ansprechperson zu definieren, ohne deren Wissen und Einbindung kein neuer Auftrag abgewickelt wird bzw. keine wesentlichen Richtungsänderungen in der Zusammenarbeit mit diesem Kunden erfolgen. Je Auftrag organisieren sich bedarfs- und themenabhängig global vernetzte Projektteams; die Folge sind remote Zusammenarbeit, und die durchgängige Nutzung des CRM-Systems inkl. eines einheitlich definierten Prozesses. Führungsrollen und die Frage wann und wo gearbeitet wird, ordnen sich diesen Prinzipien unter und werden den Erfordernissen angepasst. Durch die transparente Organisation rund um Kundenbedürfnisse sind diese Maßnahmen für Mitarbeiter nachvollziehbar.


Konkrete mögliche erste Schritte

Wie erwähnt müssen die Strategie und die Bedarfe der (externen und internen) Kunden klar sein. Davon abgeleitet stellt sich für das Unternehmen die Frage, in welcher Form Arbeit in den verschiedenen Bereichen und Berufsfamilien erbracht werden muss, um diesen Bedarfen bestmöglich zu entsprechen. Naturgemäß sind die Anforderungen und damit die sinnvollen Rahmenbedingungen für verschiedene Arbeitswelten oft nicht dieselben.


Gleichzeitig ist es erfolgskritisch, die Mitarbeiterbedürfnisse bzw. deren Perspektive zu erheben. Meist haben sie ein gutes Gefühl dafür, wo es aktuell besonders hakt und was es bräuchte, um effizienter und zielgerichteter arbeiten zu können. Zudem ist es aus Change-Perspektive besonders wichtig, die Mitarbeiter von Beginn an an Bord zu haben, um in einem womöglich intensiven Veränderungsprozess auf ihre Unterstützung zählen zu können.


Veränderungen dieser Art sind nicht mit einem Workshop abgetan. Eine klar definierte Projektgruppe, die an einen entscheidungsbefugten Auftraggeber berichtet und definierten Projektzielen folgt ist dringend ratsam, um am konstanten Weg zur effizienten Arbeitsgestaltung erfolgreich zu sein.

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